Gift-Kegelschnecken

2 years ago Wissenswertes540

Gift-Kegelschnecken

Auswahl von giftigen und wunderschönen Conus
Textil-Kegelschnecke erlegt eine Turbanschnecke Photo: Guido Poppe von Conchology Incorporation
Steifen-Kegelschnecke auf der Pirsch Photo: Guido Poppe von Conchology Incorporation

Kegelschnecken sind eine im Meer lebende Mollusken- oder Gehäuse-Schneckenart. Sie leben in tropischen und subtropischen Meeren im Flachwasser, aber auch in Tiefen von bis zu 1000 Meter. Kegelschnecken sind Räuber und gehen auf die Jagd, meistens Nachts. Es gibt über 750 verschiedene Arten die alle zu einer Familie gehören und jedes Jahr werden weitere Arten entdeckt. Ihr Lebensraum sind weiche Meeresböden aus Schlamm oder Sand mit Geröll und Kies. Dort sind sie Nachts auf der Suche nach Borstenwürmern, andere Weichtiere wie Schnecken oder Muscheln und kleine Kraken. Sogar kleinere Fische können die Kegelschnecken fangen. Dafür haben sie eine Art Harpune im Körper, welche mit starkem Gift aus einer Giftdrüse gefüllt ist. In einer Aufbewahrungstasche befinden sich weitere Harpunen, da jeweils bei der Jagd der Beute eine Harpune aus dem Rüssel abgeschossen wird.

Beim Baden im Flachwasser sollte also jeder aufpassen nicht barfuß auf eine lebende Kegelschnecke zu treten. Auch die Tiere lebendig anzufassen oder noch gefährlicher in die Badehose zu stecken, ist keine gute Idee.

Geopgraphen-Kegelschnecke mit ausgefahrenen trichterförmigen Rüssel Photo: Guido Poppe von Conchology Incorporation
Marmor-Kegelschnecke mit Rüssel und Auge Photo: Guido Poppe von Conchology Incorporation
Gift-Harpune eines Conus

Die Zusammensetzung vom Gift der Tiere ist von Art zu Art verschieden, aber bei allen Kegelschnecken handelt es sich um Nervengifte (Conotoxine sind kurze Aminosäureketten). Sie können beim Mensch im Fall einer Harpunierung starke Lähmungen, extremste Schmerzen oder sogar den Tod hervorrufen. Einige der giftigsten sind der Geografen-, Tulpen-Kegel und die Textil-Kegelschnecke sowie weitere. Das Gift von Fische jagenden Kegelschnecken ist am stärksten, da Fische sehr schnell sind, im Vergleich zu den Schnecken. Da muss der Fisch bei der Jagd auf der Stelle tot sein, um ihn überhaupt zu fangen. Jede Art produziert einen anderen Giftcocktail und das hat sich die Pharma-Industrie zu Nutze gemacht. Denn das Kegelschneckengift von Conus magus wirkt als Schmerzmittel viel besser und es macht nicht abhängig wie etwa Morphium. Es wird also erfreulicherweise einen Ersatz für dieses Opioid in der Medizin geben.

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